Depots · Anleitung

Flatex: Anleitung für den Import

Import
CSV-Upload, bis zu drei Dateien
Berichte
DATEV
Diese Quelle ist für Kapitalgesellschaften. Sie erzeugt einen DATEV-Buchungsstapel für die Buchhaltung einer GmbH, UG oder AG. Für ein privates Depot ist sie nicht gedacht.

Flatex bietet keinen automatischen Datenabruf – es gibt keine Schnittstelle, an die sich Ledgerpilot anmelden könnte. Du exportierst deine Umsätze deshalb selbst als CSV-Datei und lädst sie hoch. Zugangsdaten hinterlegst du bei uns keine.

1. Diese Dateien brauchst du

In der Flatex-WebFiliale lassen sich Umsätze und Bestand als CSV herunterladen. Gebraucht werden alle drei Dateien. Woran du sie erkennst, steht jeweils dabei – auf den Dateinamen kommt es nicht an, Ledgerpilot erkennt jede Datei an ihrer Kopfzeile.

  • Kontoumsätze – die Beträge. Erste Spalten: Buchtag, Valuta, BIC / BLZ, IBAN / Kontonummer, Buchungsinformationen. Sie enthält jede Geldbewegung deines Flatex-Kontos: Käufe, Verkäufe, Ausschüttungen, Dividenden, Vorabpauschalen, Gebühren, Überweisungen. Aus ihr entsteht der Buchungsstapel.
  • Depotumsätze – die Bewertung. Erste Spalten: Nummer, Buchtag, Valuta, ISIN, Bezeichnung. Sie enthält die Stückzahlen und Kurse je Bewegung und liefert den Einstand jedes Verkaufs. Lade die Variante mit Transaktionsnummer herunter, wenn dir Flatex die Wahl lässt.
  • Depotbestand – die Gegenprobe. Erste Spalten: Bezeichnung, ISIN, Kategorie, Stk./Nominale. Eine Momentaufnahme deiner offenen Positionen. Mit ihr prüft Ledgerpilot, ob deine Depotumsätze weit genug zurückreichen.
Wie weit zurück? Setze bei jedem Export dasselbe Datumsfenster – und zwar zurück bis vor den ältesten Kauf, den du noch hältst. Das Berichtsjahr allein reicht nicht: Der Kauf zu einem Verkauf liegt regelmäßig Jahre früher, und ein Verkauf, dessen Kauf außerhalb des Fensters liegt, hat keinen bekannten Einstand.
Beispiel: Du verkaufst 2026 ein Papier, das du seit 2019 hältst – dann brauchst du die Umsätze ab 2019, nicht erst ab 2026.

2. Hochladen

Unter Berichte → Neuer Bericht wählst du Flatex, legst die Dateien zusammen ab und startest den Import. Reihenfolge und Dateinamen sind egal – jede Datei wird an ihrer Kopfzeile erkannt und einsortiert. Doppelt abgelegte Zeilen erkennt Ledgerpilot an der Transaktionsnummer und zählt sie nur einmal.

3. Was gebucht wird – und was nicht

  • Zeilen ohne Betrag erzeugen keine Buchung. Flatex führt Zinsabschlüsse und Depotgebühren auch dann als Umsatz, wenn sie auf 0,00 € stehen. Eine Buchung über null wäre nur Rauschen im Stapel.
  • Käufe werden in voller Höhe aktiviert – also mit den Nebenkosten, wie es das Handelsrecht für Anschaffungskosten vorsieht. Es gibt keine getrennte Gebührenzeile.
  • Verkäufe ohne bekannten Einstand laufen über das Klärungskonto. Ledgerpilot schreibt den Bestand aus deinen Depotumsätzen fort und bewertet damit jeden Verkauf. Lässt sich der Kaufpreis nicht ermitteln – meist, weil der Kauf vor dem exportierten Zeitraum liegt –, bleibt der Buchwert unbekannt; ein Abgang in Höhe des Erlöses wäre stillschweigend falsch. Der Bericht weist jede betroffene Position aus, damit deine Kanzlei sie gezielt umbuchen kann.
  • FIFO oder Durchschnitt – du wählst. Im Bericht steht ein Umschalter für die Bewertungsmethode. FIFO rechnet gegen die zuerst gekauften Stücke, das Durchschnittsverfahren gegen den gleitenden Durchschnitts-Einstand (§ 240 Abs. 4 HGB). Der Durchschnitt verlangt eine lückenlose Historie: Fehlt zu einem einzigen Zugang der Kaufpreis, bleibt er für dieses Papier unbekannt – auch in den Folgejahren. Die einmal gewählte Methode ist stetig fortzuführen (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB); bitte mit deiner Kanzlei abstimmen.
  • Unbekannte Vorgangsarten landen ebenfalls im Klärungskonto, statt still zu verschwinden. Auch sie stehen namentlich im Bericht.
Steuer rechnet Ledgerpilot hier nicht. Bei einer Kapitalgesellschaft gibt es keine abgeltende Wirkung: Veräußerungsgewinne gehen in die Gewinnermittlung, einbehaltene Kapitalertragsteuer auf Dividenden wird angerechnet. Der Stapel hält deshalb fest, was geflossen ist, und überlässt die steuerliche Würdigung deiner Kanzlei – einschließlich Teilfreistellung und der Behandlung nach Körperschaftsteuerrecht.
Eine Grenze, die du kennen solltest: Bei Dividenden und Ausschüttungen steht in den Kontoumsätzen nur der Nettobetrag. Die darauf einbehaltene Kapitalertragsteuer hat dort keine eigene Zeile – anders als die Vorabpauschalen. Der Stapel kann sie deshalb nicht gesondert ausweisen. Für die Anrechnung braucht deine Kanzlei die Erträgnisabrechnungen von Flatex.
Kontenzuordnung anpassen: Unter Kontenrahmen → Flatex legst du fest, auf welche Konten die einzelnen Buchungsarten laufen (Geldkonto, Wertpapiere, Erträge, Gebühren, Klärungskonto). Die Voreinstellung folgt SKR03/SKR04 und lässt sich zeilenweise an die Vorgaben deiner Kanzlei anpassen. Das Geldkonto liegt bewusst auf „Bank 2“ – so vermischen sich die Salden nicht mit denen einer anderen Quelle auf demselben Sachkonto.

Häufige Fragen zu Flatex

Welche Broker werden unterstützt?

Unterstützt sind Interactive Brokers (IBKR) und seine Introducing Broker: CapTrader, LYNX, Estably, FSBroker und Trading 212 sowie historisch BANX (heute Estably) und FXFlat. Bei allen Introducing Brokern liegen die Konten bei Interactive Brokers und die Daten kommen im IB-Format – der Import erfolgt wie bei IBKR über das Interactive-Brokers-/IB-Flex-Query-Statement oder den IB Access Token. Sobald deine Trades in der Trader Workstation (TWS) oder IBKR-App sichtbar sind und sich als IB-Flex-Query exportieren lassen, kann Ledgerpilot diese verarbeiten. Daneben wird Flatex als eigene Depotquelle unterstützt: Dort gibt es keine Schnittstelle für einen automatischen Abruf – du exportierst deine Kontoumsätze, Depotumsätze und deinen Depotbestand selbst als CSV-Datei und lädst sie hoch. Daraus entsteht derselbe DATEV-Buchungsstapel wie bei einem Broker-Import. Lade die Depotumsätze unbedingt mit hoch: Sie liefern Stück und Kurs und damit den Kaufpreis deiner Verkäufe – ohne sie bleibt jeder Verkauf mit dem Erlös auf dem Klärungskonto stehen, ohne Ergebnis. Die Anlage-KAP-Ausfüllhilfe für Privatanleger steht nur für Interactive Brokers und seine Introducing Broker zur Verfügung.

Kann ich Flatex für die Anlage KAP nutzen?

Nein. Die Flatex-Quelle ist auf die Kapitalgesellschaft ausgelegt und erzeugt den DATEV-Buchungsstapel; die Anlage-KAP-Ausfüllhilfe für Privatanleger steht für Flatex nicht zur Verfügung. Für die Anlage KAP brauchst du ein Depot bei Interactive Brokers oder einem seiner Introducing Broker.

Kann ich Broker- und Zahlungsdaten in einem Bericht zusammenfassen?

Nein. Jede Quelle wird einzeln konvertiert und einzeln abgerechnet – ein Bericht gehört immer zu genau einer Quelle und einem Zeitraum. Das ist Absicht: Die Buchungslogik unterscheidet sich grundlegend, und ein gemischter Stapel wäre für deinen Steuerberater schwerer zu prüfen als zwei saubere. Innerhalb einer Quelle kannst du dagegen mehrere Unterkonten und Depots in einer Abfrage zusammenfassen. Die einzelnen Stapel importiert deine Kanzlei nacheinander in dieselbe Buchhaltung.

Wie bekomme ich meine Flatex-Daten zu Ledgerpilot?

Flatex bietet keine Schnittstelle für einen automatischen Abruf – du exportierst deine Daten selbst und lädst sie hoch. Gebraucht werden bis zu drei CSV-Dateien, die Flatex getrennt exportiert: die Kontoumsätze (das Geld), die Depotumsätze (die Stücke) und den Depotbestand. Lade alle drei hoch, auch wenn du zunächst nur den Buchungsstapel brauchst: Die Kontoumsätze allein erzeugen zwar Buchungen, aber ohne die Depotumsätze fehlt deinen Verkäufen der Kaufpreis, und sie bleiben mit dem Erlös auf dem Klärungskonto stehen.

Was macht Ledgerpilot aus den drei Flatex-Dateien?

Jede Datei hat eine eigene Rolle. Die Kontoumsätze erzeugen die Buchungen – jede Geldbewegung wird zu einer Zeile im DATEV-Buchungsstapel. Die Depotumsätze erzeugen selbst keine Buchung, sondern liefern Stück und Kurs und damit den Kaufpreis, der beim Verkauf abgeht; erst dadurch entsteht ein Veräußerungsergebnis statt eines offenen Postens. Der Depotbestand wird nicht gebucht, sondern dient als Gegenprobe gegen den von Ledgerpilot fortgeschriebenen Bestand. Lässt sich der Kaufpreis eines Verkaufs nicht ermitteln – meist, weil der Kauf vor dem exportierten Zeitraum liegt – steht dieser Verkauf sichtbar auf dem Klärungskonto statt mit einem geratenen Wert im Ergebnis.

Warum steht bei Flatex-Ausschüttungen keine Kapitalertragsteuer?

Weil Flatex sie in den Kontoumsätzen nicht getrennt ausweist. Die auf Ausschüttungen und Dividenden einbehaltene Kapitalertragsteuer steckt dort nicht als eigener Betrag, deshalb sind diese Zeilen Nettobeträge. Ledgerpilot weist im Bericht ausdrücklich darauf hin, statt einen Steueranteil zu schätzen. Den Einbehalt kannst du in deinem Flatex-Konto unter „Steuerbuchungen“ über die Transaktionsnummer nachschlagen – sie steht in Belegfeld 1 jeder Buchung.

Warum ist Ledgerpilot günstiger als andere Lösungen?

Viele Anbieter für Wertpapierbuchhaltung arbeiten als Managed Service: mit persönlichem Onboarding, dauerhafter Depot-Anbindung und teils einem Wechsel zum Partner-Steuerberater – das kostet häufig einen festen drei- bis vierstelligen Betrag pro Jahr. Ledgerpilot ist bewusst Self-Service: Du exportierst dein Broker-Statement selbst, die Verarbeitung läuft vollautomatisch, und du zahlst pro Konvertierung statt im Abo. Ohne Onboarding und laufende Betreuung können wir dasselbe Ergebnis – DATEV-Buchungsstapel, Gewinn und Verlust, Bestandsveränderung und Herleitungsbericht – deutlich günstiger anbieten. An der Qualität ändert das nichts: Jede Zahl bleibt über den Herleitungsbericht nachvollziehbar.

Alle Fragen zu Flatex auf der Seite Häufige Fragen

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Dieselbe Anleitung steht in deinem Konto bei Flatex → Anleitung. Fehlt beim Import etwas, verlinkt Ledgerpilot dort direkt auf die passende Stelle.