Aus Einzelwerkzeug wird Portal: Ledgerpilot verbindet Broker- und Zahlungsdaten mit DATEV
Ledgerpilot ist zu einem Portal für die Wertpapier- und Zahlungsbuchhaltung ausgebaut. Unter www.ledgerpilot.io wandelt die Anwendung Transaktionsdaten aus Depots und von Zahlungsanbietern in DATEV-konforme Buchungsstapel nach SKR03 oder SKR04 um. Vor einem Jahr verarbeitete die Software ausschließlich Statements von Interactive Brokers.
Inhaltsverzeichnis
- Die kurze Antwort
- Welche Quellen jetzt angebunden sind
- Warum dieser Aufwand liegen bleibt
- Was die Kanzlei bekommt
- Was die Software nicht tut
- Zugang ohne Vertriebsprozess
- Keine Steuerberatung
Die kurze Antwort
Das Ziel ist dasselbe geblieben: Rohdaten hinein, ein Buchungsstapel im DATEV-Format 700 (Version 13) heraus, den deine Kanzlei einliest und verbucht. Neu ist die Breite. Zum Ökosystem von Interactive Brokers sind Flatex als eigene Depotquelle und die Zahlungsanbieter Stripe, PayPal und Adyen dazugekommen.
Damit deckt die Anwendung nicht mehr nur Wertpapierdepots ab, sondern auch Umsätze, die gar nicht aus einem Depot stammen.
Welche Quellen jetzt angebunden sind
| Quelle | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Interactive Brokers | inklusive der Introducing Broker CapTrader, LYNX, Estably, FSBroker und Trading 212 |
| Flatex | eigene Depotquelle mit eigenem Datenformat |
| Stripe, PayPal, Adyen | Zahlungsanbieter für Händler- und SaaS-Konten |
Das IB-Ökosystem ist technisch eine Quelle, nicht sechs. Die Konten bei CapTrader, LYNX, Estably, FSBroker und Trading 212 liegen bei Interactive Brokers, die Daten kommen im selben Format an.
Flatex war der erste Schritt aus dieser Welt hinaus. Die Bank rückt ihre Daten ganz anders heraus als Interactive Brokers. Für dich ändert das nichts: Du lädst hoch, was dein Depot dir gibt, und bekommst denselben Buchungsstapel, den deine Kanzlei ohnehin erwartet. Womit eine Bank ihre Daten herausgibt, ist Arbeit der Software, nicht deine.
Die Zahlungsanbieter sind dasselbe Problem in anderem Gewand. Bei Stripe, PayPal und Adyen entsteht Monat für Monat eine große Zahl einzelner Vorgänge: Zahlungen, Gebühren, Erstattungen, Rückbuchungen. Auch sie liegen am Ende als Export vor, den niemand Zeile für Zeile in die Buchhaltung überträgt. Und auch dort lautet die Frage am Schluss: Wie kommt das korrekt kontiert nach DATEV? Das Publikum ist ein anderes – Onlinehändler und SaaS-Anbieter statt Trading-GmbHs – und der Rhythmus auch: Diese Abstimmung fällt monatlich an, nicht einmal im Jahr zum Abschluss.
Warum dieser Aufwand liegen bleibt
Kapitalgesellschaften, die über Auslandsbroker handeln, bekommen zum Jahresende keine fertige Buchhaltung, sondern umfangreiche Statements in unterschiedlichen Formaten. Käufe, Verkäufe, Optionen, Futures, Dividenden, Zinsen, Quellensteuern, Währungsergebnisse und Gebühren wollen einzeln kontiert werden. Bei aktiv handelnden Gesellschaften kommen so mehrere tausend Vorgänge im Jahr zusammen.
Der Aufwand trifft Mandant und Kanzlei gleichermaßen. Wer die Erfassung von Hand vornimmt, braucht dafür Tage – Zeit, die sich im üblichen Honorarrahmen kaum abbilden lässt. Kein Geschäftsführer zahlt für das Erfassen von Zeilen ein Vielfaches des sonst üblichen Honorars, und keine Kanzlei arbeitet gern unter Wert. Mandate mit hohem Transaktionsvolumen gelten deshalb als unbeliebt und werden mitunter abgegeben.
Der Markt ist damit nicht klein, er ist unbeliebt. Genau dort arbeitet Ledgerpilot – nicht gegen die Kanzlei, sondern für sie: Das Erfassen übernimmt die Software, die Beurteilung bleibt beim Berater.
Was die Kanzlei bekommt
Jede Quelle liefert ihr Ergebnis als ZIP-Datei, und in jedem Paket liegt der Buchungsstapel im selben DATEV-Format 700 (Version 13) – als CSV und als Excel, nach SKR03 oder SKR04. Was darüber hinaus im Paket liegt, hängt von der Quelle ab.
Interactive Brokers. Das umfangreichste Paket:
- zwei Buchungsstapel – einer für den Kapitalfluss, einer für Gewinn und Verlust, jeweils als CSV und als Excel
- die Bestandsveränderung als Excel. Sie trägt bewusst kein DATEV-Kürzel im Dateinamen, weil sie kein importierbarer Buchungssatz ist, sondern eine Auswertung
- der Herleitungsbericht als PDF, der jede Buchung auf die zugrunde liegende Transaktion zurückführt
Hier tragen Buchungszeilen aus Fremdwährungsgeschäften den Betrag in Originalwährung, das Währungskennzeichen, den Umrechnungskurs und den Euro-Betrag. Jede Zeile lässt sich damit nachrechnen, ohne dass jemand nachfragen muss.
Flatex. Ein Buchungsstapel als CSV und Excel, dazu die Gegenprobe als Textdatei. Die Kapitalfluss- und die G&V-Buchungen fehlen dabei nicht: Bei Flatex stehen sie gemeinsam in diesem einen Stapel. Eine Bestandsveränderung und einen Herleitungsbericht gibt es für diese Quelle nicht.
Stripe, PayPal und Adyen. Ein Buchungsstapel als CSV und Excel, dazu die Gegenprobe. Bei Stripe liegen zusätzlich die zugehörigen Ausgangsrechnungen als PDF im Paket, sofern der hinterlegte Schlüssel sie lesen darf. PayPal und Adyen liefern über ihre Schnittstellen keine Rechnungen; statt einer leeren Hülle steht der Grund in der Gegenprobe.
Die Gegenprobe ist dabei kein Beiwerk: Sie stimmt den Stapel gegen den Kontoauszug der Quelle ab und benennt jede Zeile, die nicht gebucht wurde, samt Grund.
Was die Software nicht tut
Die Grenzen gehören zur Meldung dazu, weil sie darüber entscheiden, was die Kanzlei anschließend noch selbst tun muss.
- Offene Positionen zum Bilanzstichtag und Fremdwährungsbestände werden nicht bewertet. Bei Interactive Brokers stehen sie mit Stückzahl, Kurs, Marktwert und Anschaffungskosten in der Bestandsveränderung; die Bewertung bleibt dem Steuerberater vorbehalten.
- Vorgangsarten, die die Software nicht kennt, verschwinden nicht. Sie werden auf einem Klärungskonto ausgewiesen und im Bericht benannt.
- Der Stapel wird nicht zu Tagessummen verdichtet. Die Datei wird dadurch größer. Wer jede Buchung einzeln sieht, kann sie nachvollziehen; wer nur eine Tagessumme bekommt, nicht mehr.
Zugang ohne Vertriebsprozess
Ledgerpilot ist als Selbstbedienungsangebot ausgelegt. Du legst ein Konto an, übergibst deine Daten per Datei-Upload, über eine Schnittstelle oder per automatischem Abruf – und siehst das vollständige Ergebnis, bevor du kaufst. Ein Beratungsgespräch ist nicht erforderlich, ein Abonnement nicht vorgesehen, eine Mindestlaufzeit gibt es nicht.
Ein Steuerberaterwechsel ist nicht vorgesehen. Der Stapel geht an die Kanzlei, die dich heute betreut. Das war von Anfang an so gedacht und bleibt so.
Abgerechnet wird je Konvertierung. Was das kostet, steht auf der Preisseite und nicht „auf Anfrage“.
Keine Steuerberatung
Ledgerpilot ist ein Softwarewerkzeug und erbringt keine Hilfeleistung in Steuersachen. Die Anwendung schlägt Kontenzuordnungen vor, die du bestätigst oder im Kontenrahmen änderst. Die Ausfüllhilfe für Anlage KAP und KAP-INV, die es für Privatanleger mit Depot bei Interactive Brokers gibt, ist genau das: eine Ausfüllhilfe, kein Steuerbescheid und kein amtliches Formular. Die inhaltliche Prüfung bleibt bei dir und deinem Steuerberater. Die Datenverarbeitung erfolgt in Deutschland, die Übertragung ist verschlüsselt.
Wenn du es dir ansehen willst
In der Anwendung liegt ein kostenfreier Beispielbericht mit sämtlichen Auswertungen – vom Buchungsstapel bis zum Herleitungsbericht – ohne dass du eigene Daten hochlädst. Lädst du deine eigene Datei hoch, siehst du das Ergebnis vor der Bezahlung.
Die Lösungsseiten zu den einzelnen Quellen zeigen, was du für die Einrichtung brauchst: Flatex, Stripe, PayPal und Adyen.
Ledgerpilot ist eine Marke der Presight4 GmbH, München. Ledgerpilot ersetzt keine Steuerberatung und erbringt keine Hilfeleistung in Steuersachen.