SKR03 oder SKR04 in Ledgerpilot? Beide – mit Asset-Class-spezifischer Kontierung
Ja – Ledgerpilot funktioniert sowohl mit SKR03 als auch mit SKR04. Welcher Kontenrahmen verwendet wird, bestimmst du in der Konfiguration. Die Struktur der DATEV-Buchungsstapel-Datei selbst (Spalten, Header, Trennzeichen) ist standardisiert und für beide Kontenrahmen identisch – nur die Kontonummern unterscheiden sich.
Seit April 2026 geht es sogar einen Schritt weiter: Mit der Erweiterten Konten-Zuordnung lassen sich Konten nicht nur global, sondern pro Asset-Klasse hinterlegen – egal ob aus SKR03 oder SKR04.
Warum ist SKR04 der Default?
Ledgerpilot schlägt standardmäßig Konten nach SKR04 vor, weil dieser Kontenrahmen im Firmenumfeld dominiert: GmbH, UG, AG, Stiftung, vermögensverwaltende Gesellschaften rechnen in der Regel nach SKR04 ab. SKR04 folgt der HGB-Bilanzgliederung und ist damit für Kapitalgesellschaften der naheliegende Standard.
SKR03 stammt historisch aus dem Mittelstand und ist nach Geschäftsvorgängen strukturiert. Typische SKR03-Anwender: Einzelunternehmen, Freiberufler, kleine Personengesellschaften – und Mandanten, deren Steuerberater sich auf SKR03 eingespielt hat.
SKR03 ↔ SKR04: Konten-Mapping für die wichtigsten Trading-Buchungsvorfälle
| Buchungsvorfall | SKR03 | SKR04 |
|---|---|---|
| Bank / Verrechnungskonto | 1200 | 1800 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 0510 | 1510 |
| Wertpapiere des Umlaufvermögens | 1510 | 1340 |
| Erträge aus Wertpapieren / Dividenden | 2659 | 7100 |
| Zinserträge | 2650 | 7050 |
| Kursgewinne aus Wertpapieren | 2670 | 7110 |
| Kursverluste aus Wertpapieren | 2335 | 6885 |
| Bankgebühren / Spesen | 4970 | 6855 |
| Anrechenbare Quellensteuer | 2210 | 7633 |
Hinweis: Die hier genannten Konten sind verbreitete DATEV-Standardvorschläge. Die tatsächliche Kontierung hängt von Branche, Gesellschaftsform und individuellem Hauskontenrahmen ab. Final mit dem Steuerberater abstimmen.
Wann SKR03, wann SKR04? Eine kurze Entscheidungshilfe
- Trading-GmbH, vermögensverwaltende GmbH, UG, Stiftung: SKR04 ist Standard.
- Einzelunternehmer, Freiberufler, kleine Personengesellschaften: Typischerweise SKR03.
- Mischfall (Steuerberater nutzt SKR03 auch für Kapitalgesellschaften): Bleibe bei SKR03 – kein technischer Grund zu wechseln. Du hinterlegst die SKR03-Konten in Ledgerpilot, fertig.
Ein Wechsel des Kontenrahmens (z. B. nach Steuerberaterwechsel) ist möglich, ohne dass alte Buchungen migriert werden müssen: Bestehende DATEV-Buchungen behalten ihre Kontonummern. Ab dem nächsten Upload bucht Ledgerpilot dann nach dem neuen Schema.
Konfiguration in Ledgerpilot: drei Ebenen
1. Globaler Standard pro Buchungstyp
In den Einstellungen (/app/einstellungen) hinterlegst du für jeden Buchungstyp – Kauf, Verkauf, Dividende, Zinsen, Gebühr, Quellensteuer – das passende Konto. Diese Defaults werden bei jedem zukünftigen Upload automatisch vorgeschlagen.
2. Asset-Class-spezifische Kontierung (Erweiterte Konten-Zuordnung)
Seit dem GA-Release im April 2026 kannst du Konten pro Buchungstyp × Asset-Klasse trennen. Das ist besonders relevant für Trading-GmbHs mit gemischtem Portfolio:
DIV.STK– Dividenden auf Aktien (Stocks) → z. B. 7100 (SKR04)DIV.ETF– Ausschüttungen auf ETFs → eigenes Konto, falls deine Buchhaltung Aktien- und Fonds-Erträge trenntBUY.OPT/SELL.OPT– Käufe / Verkäufe von Optionen → separates Wertpapierkonto für DerivateBUY.FUT/SELL.FUT– Termingeschäfte → eigenes Konto für Futures-Margins und GlattstellungenINT.BND– Zinsen aus Anleihen → ggf. abgegrenzt von sonstigen Zinserträgen
Damit kannst du z. B. Optionsprämien sauber von Aktien-Dividenden trennen, ohne den Steuerberater dazu bringen zu müssen, eine neue Kontenstruktur anzulegen – die Konten existieren ja schon, sie müssen nur richtig zugeordnet werden.
3. Ad-hoc-Anpassung im Upload-Flow
Hast du mal einen Sonderfall in einem einzelnen Upload (z. B. einen einmaligen Sondervorgang, der auf ein anderes Konto soll), passt du die Kontierung direkt im Konfigurationsschritt an. Anschließend wählst du:
- Nur für diesen Upload: einmaliger Override, Defaults bleiben unverändert
- Dauerhaft speichern: Override wird zum neuen Default für zukünftige Uploads
- Verwerfen: zurück auf den ursprünglichen Default
FAQ
Kann mein Steuerberater die Konten direkt in der erzeugten Datei ändern? Ja. Die exportierte CSV/Excel ist offen, und einzelne Konten lassen sich nachträglich anpassen. Sauberer ist es allerdings, die Konfiguration einmal in Ledgerpilot korrekt zu hinterlegen – dann läuft jeder zukünftige Upload automatisch richtig durch.
Was passiert, wenn ich von SKR03 auf SKR04 wechsle? Du legst die neuen Konten in den Einstellungen an. Bereits gebuchte Vorgänge in DATEV bleiben unberührt (die haben ja schon Kontonummern). Ab dem nächsten Upload bucht Ledgerpilot nach SKR04.
Unterstützt Ledgerpilot individuelle Hauskontenrahmen oder BWA-Konten? Ja. Du kannst beliebige Kontonummern hinterlegen. Ledgerpilot validiert kein Kontenrahmen-Schema, sondern übergibt die Nummer 1:1 in den DATEV-Stapel. Solange dein Steuerberater die Nummer kennt, läuft sie durch.
Welche Konten sind voreingestellt, wenn ich nichts konfiguriere? SKR04-Defaults für die häufigsten Trading-Buchungstypen. Du kannst sie jederzeit überschreiben – global, pro Asset-Klasse oder ad hoc beim Upload.
Brauche ich für jede Asset-Klasse eigene Konten? Nein. Der globale Standard reicht für viele Setups. Die Asset-Class-spezifische Zuordnung ist optional und nützlich, wenn dein Steuerberater eine feinere Aufschlüsselung wünscht (z. B. Optionen separat von Aktien) oder wenn du steuerlich differenzieren musst.
Fazit
Ob SKR03 oder SKR04 ist in Ledgerpilot eine Konfigurationsfrage, kein Architekturentscheid. Mit der erweiterten Kontenzuordnung trennst du sogar pro Asset-Klasse – flexibel genug für jede Trading-GmbH, vermögensverwaltende GmbH oder Stiftung, ohne den Steuerberater wechseln zu müssen.